Archiv für die Kategorie ‘Toponomastik’

SÜD-TIROL. In der Umgebung des eigenen Heimathauses kennen sich die meisten von uns recht gut aus. Wer dann darüber hinaus schaut, weiß oft nicht mehr, wie der Wald, die Wiese oder der alte Hof in seinem Dorf heißt. Denn viele historische Flurnamen geraten mit der Zeit in Vergessenheit.

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 „Mit dem digitalen Flurnamenatlas ist es für Einheimische und Gäste ab sofort möglich, auf über 170.000 historische Tiroler Flurnamen sowie auf alle Gemeinde- und Katastralgrenzen Südtirols zuzugreifen“, so Juri Oberlechner, der Hauptmann der Schützenkompanie Ehrenburg.

Die verschiedenen Nutzungsmöglichkeiten sind besonders für Jäger, Wanderer und Geschichtsinteressierte hilfreich. Es besteht die Möglichkeit, Tracking-Routen aufzuzeichnen und zu versenden. Diese können anschließend in jedem beliebigen Internet-Browser angezeigt und ausgewertet werden.

 Der Ehrenburger Schütze und Jäger Arnold Steger hat die App entwickelt und teilt mit: „Die eigene Position (POI’s) kann gespeichert und mittels Kurzmitteilung an andere Nutzer des Flurnamenatlas verschickt werden. Weitere praktische Funktionen sind die verschiedenen Entfernungs- und Höhenmessungen über die GPS-Ortung.“ Viele Stunden seiner Freizeit hat Steger ehrenamtlich geleistet, um diese App kostenlos der Bevölkerung zur Verfügung zu stellen.

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Der Medienreferent des Südtiroler Schützenbundes Efrem Oberlechner bedankt sich bei der Schützenkompanie Ehrenburg für die Herausgabe und wünscht allen Nutzern viel Spaß mit dem digitalen Flurnamenatlas. Die neue App steht ab sofort zum freien Download im Google Playstore zur Verfügung.

 Als Quellen dienen das Flurnamenverzeichnis der Landeskartographie von Südtirol und das Buch „Flurnamen, Wurzeln der Heimat – Ehrenburg, Kiens, St. Sigmund, Hofern und Getzenberg“, welches im Jahre 2010 von der Schützenkompanie Ehrenburg herausgegeben wurde (ISBN: 9788897053095). Alle Daten werden in der Anwendung auf frei wählbaren Google-Maps-Hintergrundkarten angezeigt.

Download Link Google Playstore: http://bit.ly/2ra8itW

qrcode_flurnamenatlas_google_playstore

EHRENBURG – Am Sonntag, den 19. Februar 2017, fand in Ehrenburg die Andreas-Hofer-Feier statt. Der Präsident des Südtiroler Alpenvereins Georg Simeoni hielt in seiner Ansprache fest, dass die Gedenkfeier nicht nur Andreas Hofer und seinen Mitstreitern in den Freiheitskämpfen von 1809 gedenken soll, sondern auch jenen Frauen und Männer, die im Laufe der langen Geschichte für unserer Tiroler Heimat ihr Leben gelassen haben bzw. Leiden ertragen mussten.

 

Zugleich aber sei die Feier auch bestens geeignet, um jenen Menschen, die heute noch die Werte und Ideale des Tirolertums verteidigen und einfordern, die Solidarität und Unterstützung unter Beweis zu stellen: „Wenn ich zum Beispiel sage, ich bin ein Tiroler, aber nicht bereit bin, dies in allen Lebenslagen auch zu bezeugen, weil ich unter Umständen bei einem oder anderem einen Nachteil haben könnte, so ist mein Tirolertum nur ein Wort. Genauso kann es nicht sein, dass ich auf die gewachsenen Ortsnamen verzichte oder wegen eines vermeintlichen Profits in touristischer wie wirtschaftlicher Hinsicht mich mit Italianismen oder Anglizismen anbiedere!“

Hauptmann Juri Oberlechner erinnerte in seinem Vorwort, dass vor genau 100 Jahren die Tiroler Vorfahren an der Dolomitenfront in Fels und Eis die Heimat gegen Italien verteidigten. Und genau 100 Jahre später gedenken die Ehrenburger am Kriegerdenkmal ihren Gefallenen: „Die Opfer wiegen schwer, denn bis heute liegt Südtirol in fremder Hand“, so Oberlechner.


Verschiedene Ehrengäste, unter ihnen Bürgermeister Andreas Falkensteiner und viele Vereins- und Verbandsvorstände sowie die Dorfbevölkerung waren zahlreich erschienen. Umrahmt wurde die Feier vom Männerchor Ehrenburg sowie einer Bläsergruppe der Musikkapelle Kiens.

Pfarrer Michael Bachmann  zelebrierte die Messfeier und mahnte mit treffenden Worten an, den wahren Frieden zu leben und dafür auch einzustehen. Die Losung „Nie wieder Krieg“ sei nach dem Zweiten Weltkrieg nicht gelungen. Es gebe derzeit zu viele Konflikte und Kriege. Wenn das Wort Gottes jedoch umgesetzt würde, könne es Frieden geben. Bachmann gab aber auch zu bedenken, dass gegen Selbstverteidigung niemand etwas dagegen haben könne. „Die Gefallenengedenkfeier ist eine Mahnung gegen Krieg und für den Frieden“ so der Ortspfarrer abschließend.

Mit der Niederlegung eines Kranzes ehrte die Schützenkompanie Ehrenburg die Gefallenen und feuerte eine Ehrensalve ab. Im Anschluss fand eine kleine Stärkung im Schützenheim mit allen Beteiligten statt. Eine Schützenabordnung legte am selben Tag auch in St. Sigmund beim Kriegerdenkmal einen Kranz nieder, das Kiener Kriegerdenkmal wurde mit einem Bukett geschmückt. 

und dafür einzustehen. Die gro-

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Mit der Niederlegung eines

Kranzes ehrte die Schützen-

kompanie Ehrenburg die Gefal-

lenen und feuerte eine Ehren-

salve ab. Eine Schützenabord-

nung legte am selben Tag auch

in St. Sigmund beim Krieger-

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Am 26. Juni 2015 lud die Schützenkompanie Ehrenburg, in Zusammenarbeit mit der vom Südtiroler Schützenbund ins Leben gerufenen SOKO Tatort „Alto Adige“, zu einer Podiumsdiskussion ein. Wie groß das Interesse und der Bedarf nach Information sind, zeigte die gut besuchte Veranstaltung in der Volksschule von Ehrenburg. Einleitend und zum Thema hinführend hielten die zwei Vertreter der SOKO Tatort „Alto Adige“ Verena Geier und Ewald Rottensteiner Kurzvorträge, in denen sie den Zuhörern die sprachgeschichtliche Entstehung der Ortsnamen aufzeigten und über die rechtlichen Grundlagen der Toponomastik aufklärten. Im Mittelpunkt des Abends stand eine Podiumsdiskussion mit Maria Hochgruber Kuenzer (SVP), Brigitte Foppa (Die Grünen, Verdi, Vërc), Efrem Oberlechner (Medienreferent im Südtiroler Schützenbund), Cristian Kollmann (Sprachwissenschaftler), Alexander Wurzer (Vorsitzender der ASGB-Jugend), Pius Leitner (Die Freiheitlichen) und Alessandro Urzì (L’Alto Adige nel cuore). Efrem Oberlechner, Alexander Wurzer und Cristian Kollmann forderten, dass alle faschistischen Namen abgeschafft werden und nur die historisch gewachsenen Ortsnamen verwendet werden sollen, da nur diese über Jahrhunderte hinweg gewachsen sind und somit Berechtigung haben, verwendet zu werden. Alessandro Urzìs Meinung ging dahin, dass die deutschen Ortsnamen zwar amtlich werden sollten, die faschistischen Ortsnamen allerdings auch erhalten bleiben müssten. Brigitte Foppa würde es begrüßen, wenn die Italiener von sich aus die deutschen Namen verwenden würden. Maria Hochgruber Kuenzer meinte, dass die Toponomastik ein sehr wichtiges Thema sei und auch die deutschen Südtiroler vermeiden sollten, die faschistischen Namen zu verwenden. Pius Leitner sprach sich für die Prozentlösung aus.  Durch die spannende und angeregte Diskussion am Podium, bei der es auch zu Kontroversen zwischen Brigitte Foppa und Cristian Kollmann kam, führte gekonnt Reinhard Weger. Dieser lud das Publikum ein, ihre Meinung zu äußern und Fragen an die Podiumsteilnehmer zu richten. Die Zuhörer sprachen sich eindeutig dafür aus, dass alle pseudoitalienischen Ortsnamen abgeschafft und nur die historischen amtlich eingeführt und verwendet werden sollen.