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Farbe bekennen!
EHRENBURG – Toleranz darf nie so weit gehen, dass der Intolerante den Vorteil zieht, diese Meinung vertrat der Bürgermeister von Truden Michael Epp bei der Gedenkfeier zum Todestag von Andreas Hofer in Ehrenburg. „Auf unsere gewachsenen Bräuche, ob kulturell oder religiös, soll nicht verzichtet werden müssen, weil wir glauben, dass wir andere Kulturen damit verletzten könnten“, präzisierte Epp seine Aussage.
Er erinnerte an die Freiheitshelden von 1809, an die Soldaten beider Weltkriege und fand, dass der heutige Tag auch ein Tag des Dankes sein solle, dass Frieden herrsche. Zugleich sei auch den Frauen und Männern, die sich in jüngerer Zeit für ihre Heimat eingesetzt haben zu gedenken: Den Freiheitskämpfern der 60er Jahre. Sie hätten erkannt, dass es Zeit war, sich gegen den Untergang des Volkes aufzulehnen. Ihnen seien der heutige Wohlstand und der Erhalt des Volkstums zu verdanken.

Bei den Olympischen Winterspielen würden jedoch einige Südtiroler Sportler den Status der Südtiroler als sprachlich kulturelle Minderheit mit fragwürdigen Aussagen in Frage stellen. Dies sei laut Epp sehr bedenklich und er befürchte, dass sich die Italiener eines Tages die Frage stellen werden: „Für was braucht ihr Südtiroler einen Sonderstatus, wenn ihr ja gleich wie die restlichen Italiener seid.“
Derzeit sei es besonders wichtig, sich für den Erhalt der Muttersprache einzusetzen und die Bräuche und Traditionen zu bewahren. „Spielen wir nicht mit den Farben, wir sollten täglich Farbe bekennen, so wie es unsere Vorfahren getan haben. Setzten wir uns dafür ein, dass ihr Einsatz nicht umsonst gewesen ist!“, so Michael Epp abschließend.

Hauptmann Juri Oberlechner hielt in seinem Vorwort fest, dass die Kompanie über das ganze Gedenkjahr 1918-2018 eine schwarze Trauerschleife im Gedenken an die Opfer des Ersten Weltkrieges und an die Zerreißung unserer Heimat Tirol tragen werde.
Seelsorger Gottfried Kaser zelebrierte die Gedenkfeier, die vom Männerchor und einer Bläsergruppe der Musikkapelle Kiens mitgestaltet wurden. Die Schützenkompanie Ehrenburg legte einen Kranz nieder und ehrte die Gefallenen mit einer exakten Ehrensalve. Eine Schützenabordnung legte am selben Tag auch in St. Sigmund beim Kriegerdenkmal einen Kranz nieder, das Kiener Kriegerdenkmal wurde mit einem Bukett geschmückt.

Verschiedene Ehrengäste, unter ihnen Bürgermeister Andreas Falkensteiner, mehrere Gemeinderäte, eine Abordnung der Feuerwehr, sowie die Dorfbevölkerung waren zahlreich erschienen.

Ehrensalve der Schützenkompanie Ehrenburg:

 

 

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Am 9. September lud die Schützenkompanie Ehrenburg zur Buchvorstellung „Unsere Helden – Das Schicksal der Gefallenen der Gemeinde Kiens im Ersten Weltkrieg“ ein.

Nach über zwei Jahren intensiver Arbeit konnten die Ehrenburger Schützen im voll besetzten Veranstaltungssaal das 391 Seiten zählende Werk präsentieren. In mühevoller Kleinarbeit war das Schicksal von 85 Gefallenen der Gemeinde Kiens rekonstruiert und dokumentiert worden. Der Verfasser Rupert Gietl berichtete, dass nicht nur eine ganze Reihe von Familien und Fachleuten kontaktiert, sondern auch Quellen in Archiven in ganz Tirol und in Wien ausgehoben, sowie hunderte Zeitungen dieser Jahre durchforstet wurden. Sehr informativ sind auch die Landkarten, die jeder einzelnen Biografie beigefügt sind und die Aufschluss darüber geben, wo diese Männer herkamen, wo sie gekämpft und gelitten haben, wo sie eventuell in Gefangenschaft gerieten und interniert waren und wo sie gefallen sind.

Hauptmann Juri Oberlechner, der selbst am Entstehen dieses Buches beteiligt war, ging auf die menschlichen und lokalen Geschichten der Gefallenen ein und verlas unter anderem berührende Zitate aus Feldpostkarten. So schrieb beispielsweise der Ehrenburger Kaiserjäger Johann Oberhammer aus Galizien nach Hause:

Die ganze Nacht im Feuer wurde gegenseitig angegriffen. Heute Pfingstsonntag 1915 im Schützengraben. Komm Heiliger Geist, erleuchte die Menschheit zur Einsicht.“ 

Kurze Zeit später notierte Johann Oberhammer:

Am 5. Juni wurde ich von der russischen Feldwache 2mal angeschossen ohne getroffen zu werden. Die Muttergottes hat mich beschützt!“

Der Medienreferent des Südtiroler Schützenbundes, Efrem Oberlechner, der ebenfalls zum Gelingen des Buches beitrug, ging u.a. auf die Geschichte des ersten Kriegerdenkmals in der Kirche von Ehrenburg ein und erklärte, dass im Buch auch Männer aufgenommen wurden, die bisher auf keinem der Kriegerdenkmäler aufschienen, etwa weil sie erst nach Kriegsende an den Kriegsverletzungen gestorben waren.

In ihrer Rezension verwies die Kulturreferentin des Südtiroler Schützenbundes, Dr. Margareth Lun, darauf, dass dieses Werk eine Bedeutung weit über die Gemeindegrenzen hinaus habe. Gerade die vielen zusätzlichen Informationen wie die in das Buch eingestreuten Erklärungen von Fachbegriffen, die Ausführungen über den Aufbau des Heereswesens der Doppelmonarchie und der Tiroler Einheiten, die Darstellung der damaligen Gesellschaftsstruktur, die grafisch sehr ansprechend gestalteten Statistiken sowie die Erläuterung von Zusammenhängen machten dieses Buch zu einer wertvollen Tirolensie. Auch Landeskommandant Elmar Thaler lobte die hervorragende Arbeit.

Pfarrer Michael Bachmann, Bürgermeister Andreas Falkensteiner und Altbürgermeister Karl Pfeifhofer bedankten sich ebenfalls für diese so gelungene Dokumentation.

„Mit großer Demut vor den Vorfahren, aber auch mit Freude“ übergibt die Schützenkompanie Ehrenburg der Bevölkerung dieses Zeitzeugnis und setzt damit den Gefallenen aus Ehrenburg, Kiens, St. Sigmund, Getzenberg und Hofern ein ewiges Denkmal.

Das Buch „Unsere Helden – Das Schicksal der Gefallenen der Gemeinde Kiens im Ersten Weltkrieg“ wird im Herbst in der Gemeinde Kiens verteilt und ist im guten Buchhandel unter der ISBN-Nummer: 978-88-97053-42-2 für 29,90 € erhältlich.

Für Online Bestellungen: https://schuetzen.com/katalog/buecher/unsere-helden/

Im Bild v.l.n.r: Medienreferent des SSB Efrem Oberlechner, Bürgermeister Andreas Falkensteiner, Landeskommandant Elmar Thaler, Verfasser Rupert Gietl, Pfarrer Michael Bachmann, Hauptmann Juri Oberlechner, Ehrenmitglied Karl Pfeifhofer und die Kulturreferentin des SSB Margareth Lun